Im vergangenen Schuljahr hatten wir, die Klasse F11U, die besondere Gelegenheit, am Projekt „Girls go Science Day“ teilzunehmen – einer Initiative der MINT-Labore in Regensburg, die Schülerinnen ab der 10. Klasse für Physik begeistern und ihnen Einblicke in aktuelle Forschungsbereiche geben möchte. Ziel des Projekts ist es, naturwissenschaftliche Inhalte – insbesondere im Bereich der Nanotechnologie – anschaulich und praxisnah zu vermitteln. Dabei durften wir an drei spannenden Tagen ein eigenes Mikroskop aus 3D-gedruckten Teilen bauen, elektronische Bauteile miteinander verbinden und schließlich unsere selbst vorbereiteten Nanostrukturen untersuchen. Begleitet wurden wir dabei von einer engagierten Doktorandin und einem Masteranden aus dem Bereich Physik, die uns sowohl mit fachlichem Wissen als auch mit praktischer Hilfe unterstützten.

Am ersten Projekttag stand der Einstieg in die Technik im Vordergrund. Wir bekamen verschiedene, teils sehr filigrane Bauteile aus dem 3D-Drucker sowie die Steuerungseinheit auf Raspberry-Pi-Basis ausgehändigt. Gemeinsam mit unseren Betreuern gingen wir Schritt für Schritt die Bauanleitung durch, identifizierten die einzelnen Komponenten und setzten erste Teile des Mikroskops zusammen. Besonders spannend war es, zu sehen, wie aus vielen kleinen Einzelteilen nach und nach ein richtiges Messgerät entstand. Nebenbei erhielten wir auch eine Einführung in die Funktionsweise von Mikroskopen und lernten erste Grundlagen über Nanostrukturen kennen.

Am zweiten Tag wurde es technisch anspruchsvoller. Wir ergänzten unser Mikroskop um eine LED-Lichtquelle und einen passenden Widerstand. Anschließend verkabelten wir das gesamte System und begannen mit dem Löten. Für viele von uns war das der erste Kontakt mit einem Lötkolben, aber unter Anleitung gelang es gut, die Verbindungen sicher und sauber herzustellen und am Ende des Tages hielten wir ein funktionierendes, selbst zusammengebautes Mikroskop in den Händen. Der dritte Tag war ganz der Anwendung gewidmet. Wir stellten Proben aus dem Material MSe (Molybdändiselenid) her, einem sogenannten zweidimensionalenHalbleiter, der nur wenige Atomlagen dünn ist und in der Forschung großes Interesse weckt. Mit Hilfe spezieller Klebetechniken exfolierten (also vereinfacht gesagt: „schälten“) wir dünnste Lagen des Materials von einem Kristall ab, um sie anschließend mit unserem Mikroskop zu untersuchen. Dabei konnten wir spannende Strukturen erkennen, auch wenn die Auflösung natürlich begrenzt war. Deshalb machten wir uns am gleichen Nachmittag auf den Weg in die Physikfakultät der Universität Regensburg, wo wir die Gelegenheit hatten, unsere Proben noch einmal unter professionellen Hochleistungsmikroskopen im Optiklabor anzuschauen. Dort bekamen wir nicht nur ein besseres Bild unserer Proben, sondern auch einen tollen Einblick in aktuelle Forschungslabore und wissenschaftliche Arbeitsweisen.

Rückblickend war der Girls go Science Day für uns eine einzigartige Erfahrung, die weit über den Schulalltag hinausging. Wir haben nicht nur viel über Mikroskopie, Elektronik und Nanostrukturen gelernt, sondern auch den Alltag von echten Wissenschaftlern kennengelernt. Besonders schön war der direkte Kontakt mit der Doktorandin und dem Masteranden, die uns mit großer Geduld und Begeisterung durch das Projekt begleitet haben. Der Besuch der Universität und der Labore hat uns sehr beeindruckt – wir konnten hautnah erleben, wie spannend und vielseitig physikalische Forschung sein kann.

Von Katharina Höfler und Lara Trautwein

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