Am 7. und 8. April 2026 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen eines „Job Shadowings“ des ERASMUS+-Programms an der Höhere Technische Lehranstalt für Lebensmitteltechnologie Wels zu hospitieren. Die Schule in Wels ist von Regensburg aus in etwa zwei Stunden mit dem Zug erreichbar – und doch eröffnete sich mir dort eine ganz andere „Schulwelt“.

Dieser Schultyp weist zwar Parallelen zu unserer Fachoberschule auf, unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten. Der Bildungsgang umfasst insgesamt fünf Jahrgangsstufen. Nach erfolgreichem Abschluss der 13. Klasse erwerben die Schülerinnen und Schüler nicht nur das Abitur – in Österreich „Matura“ genannt – sondern zugleich ein Berufsdiplom. Dieses ist durchaus vergleichbar mit den Abschlüssen als BTA oder CTA in Deutschland und eröffnet den Absolventinnen und Absolventen zusätzliche berufliche Perspektiven.

Besonders beeindruckt hat mich die hervorragende technische Ausstattung der Schule. Die großzügig angelegten Laborräume bieten optimale Bedingungen für praxisorientiertes Arbeiten. Laborunterricht spielt in allen Bereichen – ob Chemie, Mikrobiologie oder Lebensmitteltechnologie – eine zentrale Rolle im schulischen Alltag. Eine Besonderheit stellt zudem die integrierte Meisterschule für Bäcker und Konditoren dar. Dadurch liegt häufig ein angenehmer Duft von frischen Backwaren in der Luft, die in den Pausen auch an die Schülerinnen und Schüler verkauft werden.

Die Lehrkräfte vor Ort erlebte ich als äußerst engagiert, motiviert und aufgeschlossen. Sie verstehen es, ihre Schülerinnen und Schüler sowohl zu fordern als auch gezielt zu fördern, und tragen damit maßgeblich zu einem hohen Bildungsniveau bei. Bemerkenswert ist auch der umfangreiche Unterrichtsumfang: Bereits die Neuntklässler haben an drei Tagen pro Woche Unterricht von 7:45 Uhr bis 17:00 Uhr.

Sehr positiv in Erinnerung geblieben ist mir auch der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern. In ihrer offenen und freundlichen Art erinnerten sie mich an unsere „ABUrabis“. Besonders ihre Höflichkeit fiel mir auf: So wurde ich an meinem zweiten Tag mit den Worten „Guten Morgen, Herr Professor“ begrüßt – eine in der österreichischen Oberstufe übliche Anrede für Lehrkräfte.

Mein besonderer Dank gilt der Schuldirektorin Gisela Wenger-Oehn, die mir diese bereichernde Hospitation ermöglicht hat. Die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen stellen eine wertvolle Bereicherung für meine eigene pädagogische Arbeit dar und bieten interessante Anknüpfungspunkte die schulische Weiterentwicklung an der FOSBOS Schwandorf, vor allem im Bereich der Naturwissenschaften.

Christian Eiblmeier

Foto: Schulleiterin Gisela Wenger-Oehn zusammen mit Hospitant Christian Eiblmeier

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